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Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag entstand im Kampf um Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen. Initiiert durch Clara Zetkin (1857-1933) fand er erstmalig 1911 statt.

Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA gingen für politische Rechte, bessere Bildung und finanzielle Besserstellung auf die Straße. Ihre zentralen Forderungen waren das Recht auf Mitbestimmung und auf gleichen Lohn.

1912 entstand das Lied „Brot und Rosen“ bei  einem Streik    von   14.000   TextilarbeiterInnen   gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit in Lawrence, USA. "Brot und Rosen" wurde zum Motto, um alljährlich weltweit für die Rechte der Frauen einzustehen.

Wenn wir zusammen gehen, geht mit uns ein schöner Tag, durch all die dunklen Küchen, und wo grau ein Werkshof lag, beginnt plötzlich die Sonne unsr'e arme Welt zu kosen, und jeder hört uns singen "Brot und Rosen!"
Brot & Rosen

Seit 1921 ist der Frauentag auf den 8. März festgelegt: in Bezugnahme auf den Streik von Textilarbeiterinnen in Sankt Petersburg am 8. März 1917. Seitdem war seine Geschichte wechselhaft: 1932 unterlag er dem Verbot der Nationalsozialisten, nach dem 2. Weltkrieg geriet er zunächst in Vergessenheit, um dann durch die Frauenbewegung wiederbelebt zu werden. 1975 proklamierte die UNO den 8. März zum Internationalen Frauentag.

Es ist ein Tag, um sich Erreichtes auf rechtlicher Ebene zu Vergegenwärtigen und auf weiterhin bestehende Ungleichheit , Frauendiskriminierung und Gewaltverhältnisse aufmerksam zu machen. Die berufliche und gesellschaftliche Gleichstellung genauso wie die wirtschaftliche und politische Chancengleichheit von Frauen und Männern ist bei uns und weltweit noch nicht erreicht. So wird der internationale Frauentag verschiedentlich begangen: mit Diskussionsforen, Tagungen, Demonstrationen,   internationalen  Treffen, vielfältigen Veranstaltungen  und  Festen.

Zentrale historische Forderung in Deutschland war das Frauenwahlrecht. Mit Erfolg: Anlässlich der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 wurden die Frauen erstmals reichsweit stimmberechtigt und konnten auch gewählt werden. Die hohe weibliche Wahlbeteiligung lag bei 82%. Von den 423 gewählten   Abgeordneten   waren  37  Frauen (9,6 %). Heute beträgt ihr Anteil im Bundestag 32,9 %.

Die Wirklichkeit von Gleichstellungspolitik Eine Bilanz zum Internationalen Frauentag 2014
  • 6 von 16 Ministern der neuen Bundesregierung sind Frauen.
  • 11,1 Prozent in Vorständen und Aufsichtsräten der wichtigsten 160 börsennotierten Unternehmen sind Frauen.
  • 5,9 Prozent Frauen sind in Spitzenpositionen der Wirtschaft zu finden.
  • 19,2 Prozent der Hochschul-Professuren sind mit Frauen besetzt.
  • 18 Prozent der Chefredakteurinnen und Chefredakteure im Fernsehen sind Frauen.
  • 2 Prozent haben es als Chefredakteurinnen bei Zeitungen geschafft.
  • 32,3 Prozent Frauen sitzen in den Landesparlamenten.
  • 26,1 Prozent Frauen sind in Kommunalparlamenten aktiv.
  • 14 Prozent Frauen stehen als Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt ab 100.000 Einwohner/innen vor.
  • 45,3 Prozent Frauen und knapp 10 Prozent Männer arbeiten in Teilzeit.
  • 60 Prozent weniger Rente erhalten Frauen nach ihrem Arbeitsleben als Männer, 63,5 Prozent erhalten weniger als 650 Euro Rente.
  • Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer.
  • Jede 4. Frau wird Opfer von Gewalt in der Partnerschaft.
  • 20 Minuten verbringen Väter mit ihren Kindern am Tag.
  • 62 Minuten verbringen Mütter mit ihren Kindern am Tag.
  • 25 Minuten arbeiten Männer täglich im Haushalt.
  • 54 Minuten arbeiten Frauen täglich im Haushalt.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros. „Frauen- oder Gleichstellungspolitik: Die Wirklichkeit.“ Januar 2014